Online-Dialog zum geplanten Atommülllager Würgassen

Grüne im Dreiländereck laden zu virtueller Konferenz am Donnerstag ein

Die Planungen für ein gigantisches Atommülllager in Würgassen sind über die Ländergrenzen hinweg das aktuell brennendste Thema im Dreiländereck. Trotz des breiten und vielstimmigen Protests der Bevölkerung hält die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) weiterhin an ihrem Vorhaben fest.

Über den derzeitigen Stand des Verfahrens und die Aktionen des Widerstands wollen Bündnis 90/Die Grünen am kommenden Donnerstag, 4. März, in einem für alle offenen Online-Meeting von 18 Uhr bis 20 Uhr informieren. Die Initiative dazu kommt von den Grünen in Bad Karlshafen, die am Sonntag, 14. März, erstmals zur Kommunalwahl in der Kurstadt antreten.

Den virtuellen Raum für das Meeting stellt der niedersächsische Landtagsabgeordnete und frühere Landwirtschaftsminister Christian Meyer zur Verfügung. Meyer ist auch Mitglied im Bundesparteirat der Grünen. Er wird unter anderem über einen aktuellen Vorstoß der Grünen im Bundestag in Sachen Atommülllager Würgassen berichten.

Neben Meyer nehmen an der Veranstaltung außerdem die beiden Bundestagskandidaten von Bündnis 90/Die Grünen, Karo Otte (Northeim) und Helge Limburg (Hameln-Holzminden-Uslar-Bodenfelde), teil. Die beiden haben bereits klar gemacht, dass sie als potenzielle Mitglieder der nächsten grünen Bundestagsfraktion gegen Würgassen als Atommülldrehscheibe der Republik Stellung beziehen werden. Des Weiteren ist das Mitglied des Kasseler Kreistages, Dr. Thomas Gudehus, dabei.

Als Gastreferenten haben die Grünen im Dreiländereck das Gründungsmitglied der Bürgerinitiative Atomfreies 3-Ländereck e.V., Dirk Wilhelm, eingeladen. Wilhelm ist kürzlich von der Mitgliederversammlung erneut zum Vorsitzenden der BI gewählt worden.

Die BGZ hat gerade das Gleis der Sollingbahn vermessen und eine Verkehrszählung durchführen lassen. In der anstehenden Vegetationsperiode sollen Flora und Fauna in der Umgebung des Atomkraftwerks Würgassen untersucht werden. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen mit Billigung des Bundesumweltministeriums bereits rund zwei Millionen Euro für einschlägige Untersuchungen ausgegeben. „Das ist Geld des Steuerzahlers, das die BGZ hätte lieber sparen sollen“, erklärt Gerd Henke, Vorstandssprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Holzminden, „denn nicht nur wir gehen davon aus, dass das sogenannte `Logistikzentrum Schacht Konrad` niemals gebaut werden kann. Zu viele Gründen sprechen gegen diese monströse Fehlplanung“, so Henke. Der Sprecher der Holzmindener Grünen wird das Zoom-Meeting am Donnerstag moderieren.

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